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Die Wahrheit

6.8.2019

Informationen über den grausamen Handel mit Hunde- und Katzenfleisch in Südostasien

Der Handel mit Hunde- und Katzenfleisch ist eines der dringendsten Themen des Haustierschutzes unserer Zeit. Der Handel führt zu schrecklicher Grausamkeit bei schätzungsweise 30 Millionen Tieren weltweit pro Jahr, darunter Schätzungen zufolge 10 Millionen Hunde und Katzen allein in Südostasien. Recherchen haben die unglaubliche Brutalität in allen Phasen des Handels mit Hunde- und Katzenfleisch dokumentiert, einschliesslich Beschaffung, Transport, Verkauf und Schlachtung. Viele der Tiere, sind gestohlene Familientiere oder Streunertiere, die von den Strassen und in ländlichen Gemeinden gesammelt werden. Hunde und Katzen, die einfach zur falschen Zeit am falschen Ort sind, werden Teil eines gewalttätigen und illegalen Handels, der in einer Tragödie für Tiere und Besitzer endet. Ein häufiges Missverständnis ist, dass Hunde und Katzen auf speziellen «Bauernhöfen» für den Handel gezüchtet werden. Das ist falsch:

VIER PFOTEN Recherchen zeigen, dass es sich dabei um eine Unwahrheit handelt. Die traurige Realität ist, dass die überwiegende Mehrheit der Hunde und Katzen gestohlene Haustiere oder Streuner sind, die ihren Familien entrissen wurden, die in Tränen, Sorge und Angst vor dem, was mit ihrem geliebten Begleiter passiert ist, zurückgelassen werden.

Motivation für den Konsum

Es gibt eine Vielzahl von Gründen, warum Verbraucher angeben, dass sie Hunde- und Katzenfleisch konsumieren. In den meisten Fällen wird Hundefleisch bei gesellschaftlichen Veranstaltungen zusammen mit Alkohol konsumiert. Andere Gründe für den Verzehr von Hundefleisch sind die Ernährung, der Nährwert und die Energie, um ihre Körpertemperatur in der kalten Jahreszeit warm zu halten. Zudem geben viele an, dass Hunde- und Katzenfleisch von Ärzten oder durch Mundpropaganda wegen seiner heilenden und medizinischen Eigenschaften empfohlen wurde. In Gebieten Vietnams, in denen der Verzehr von Katzenfleisch weit verbreitet ist, berichten die Gäste, dass sie es am häufigsten im Mondmonat als Glücksbringer essen.

Risiko für die öffentliche Gesundheit

Der Handel mit Hunde- und Katzenfleisch ist nicht nur für Tiere grausam, sondern stellt auch ein erhebliches Risiko für die öffentliche Gesundheit dar. Das Fangen, Schlachten und Verzehren von Hunden aus Gebieten, in denen Tollwut weit verbreitet ist, kann für die Menschen äusserst gefährlich sein - der Konsum kann sogar tödlich enden. Der Handel mit Hundefleisch ist der einzige Handel, der bekanntermassen den unregulierten Transport, den Verkauf und die Schlachtung von Millionen von Hunden pro Jahr fördert und dabei ein erhebliches Gesundheitsrisiko durch die mögliche Übertragung von durch Tiere übertragenen Krankheiten, insbesondere Tollwut, aber auch Cholera und andere tödliche Krankheiten, darstellt. Andere bakterielle Infektionen, die durch den Verzehr von Hundefleisch verursacht werden können, sind Anthrax, Brucellose, Hepatitis und Leptospirose. Weitere Krankheitserreger sind E. Coli 107, Trichinellose und Salmonellen.

Die unregulierte Massenbewegung von Hunden erhöht das Risiko der Ausbreitung von Tollwut und Infektion für Hundeführer, die ein hohes Risiko haben, gebissen und gekratzt zu werden. Studien haben eine hohe positive Inzidenz von mit Tollwut infizierten Hunden in Restaurants, Schlachthöfen und Märkten in der gesamten Region aufgezeigt.

Häufig werden kranke oder «unartige» Hunde absichtlich an den Fleischhandel verkauft. Während unserer Untersuchungen beobachtete das VIER PFOTEN Team Hunde mit Verdacht auf Tollwut, die für ihr Fleisch verkauft wurden.

Einstellung ändern

Hunde und Katzen werden zunehmend als Familienmitglieder und nicht mehr als Nahrung angesehen. Die Mehrheit der Menschen in Südostasien isst kein Hunde- und Katzenfleisch. Die lokale Opposition gegen den Handel mit Katzen- und Hundefleisch wächst, und die Regierungen beginnen zu erkennen, dass dies ein Thema ist, mit dem man sich befassen muss!

Warnung: Einige der folgenden Bilder können verstörend sein

Die Reise eines gestohlenen Tieres durch den Hunde- und Katzenfleischhandel

1. Diebstahl

Jeden Tag werden in Städten in ganz Südostasien Haustiere und streunende Hunde und Katzen brutal von rücksichtslosen Schleppern geschnappt, die auf der Suche nach Profit sind. Bewaffnete Diebe patrouillieren in Nachbarschaften, wo sie nachts Haustiere stehlen und dabei auch das Leben der Tierhalter bedrohen. Das Rauben von Katzen und Hunden hat in Orten wie Indonesien und Vietnam zu intensiven gesellschaftlichen Unruhen geführt. Die Menschen sind es leid, dass ihnen ihre Haustiere gestohlen werden und greifen jetzt öfters auch zu Gewalt, um den Diebstahl von Haustieren in ihren Gemeinden zu stoppen.

Katzen und Hunde werden auf verschiedene Weise entführt. Diebe fahren oft auf Motorrädern mit angehängten Käfigen herum, fangen ahnungslose Tiere mit Drahtschlingen um den Hals und ziehen sie die Strasse hinunter, bis sie sich nicht mehr wehren können. Oder sie nähern sich einem Hund und schlagen ihn so lange auf den Kopf, bis er ins Käfig gelegt werden kann. Auch Gift wird häufig verwendet - in Indonesien werden cyanidische Fleischklösschen vor ahnungslose Hunde geworfen. In Vietnam werden Hunde mit selbstgebauten Elektroschockwaffen auf durch einen Stromschlag getötet oder mit Giftpfeilen, die mit Succinylcholinchlorid versehen sind, getroffen. Katzendiebe positionieren Fallen strategisch, um im Freien lebende Katzen zu fangen.

Haustierbesitzer beschweren sich oft darüber, dass sie Angst haben, nach draussen zu gehen und sich von den Dieben bedroht fühlen. Sie berichten, dass sie nicht in der Lage sind, mit ihren Gassi Tieren zu gehen, aus Angst, dass sie geschnappt werden. In Indonesien sind Tierdiebe unter dem Namen «Dogger» bekannt und verfolgen unerbittlich das Ziel, Gemeinschaften zu terrorisieren, um deren Haustiere zu stehlen.

Viele Hunde und Katzen enden auf dem Markt oder in Restaurants, während sie immer noch das Halsband aus ihrem früheren Leben als Haustier tragen. 

2. Handel

Hunde- und Katzenfleischhändler fahren durch Dörfer und tauschen unerwünschte Katzen und Hunde gegen Töpfe und Pfannen ein. Welpen können auch gegen grössere erwachsene Hunde eingetauscht werden. Aufgrund der begrenzten Kapazität von Kastrierungen in den meisten Gebieten Südostasiens gibt es fast immer einen Überschuss an unerwünschten Welpen und Kätzchen, die jedes Jahr geboren werden und den Handel mit Hunde- und Katzenfleisch versorgen. Auch «unartige» Hunde, die viel beissen oder bellen, werden oft an den Handel mit Hundefleisch verkauft.

3. Transport & Wartebereiche

Hunde und Katzen werden grob behandelt und in Käfige und Säcke gepfercht, so eng, dass sie sich nicht bewegen können, ihre Münder geschlossen sind und sie kaum atmen können. Auf Lastwagen oder auf dem Rücken von Motorrädern zusammengepfercht, leiden viele unter Knochenbrüchen, Erschöpfung und Hitzschlag, bevor sie ihr Ziel in Schlachthöfen, Märkten und Restaurants erreichen. Die Reise kann oft Tage dauern und Hunderte von Kilometern umfassen. Viele sterben auf der Reise, einige davon werden durch das Gewicht der anderen zerquetscht. Für diejenigen, die die Reise überleben, endet sie immer mit einem schrecklichen Tod. Die geschockten Hunde und Katzen sind gezwungen, das Schlachten anderer Tiere zu beobachten, während sie warten müssen, bis sie an der Reihe sind.

Es kommt vor, dass einige Hunde vor dem Schlachten brutal mit Reis gefüttert werden, indem ihnen ein Schlauch in die Kehle gedrückt wird. So kann ihr Gewicht erhöht und damit ihr Wert gesteigert werden.

4. Schlachtung

Die Schlachtung von Katzen und Hunden ist grausam und barbarisch. Zu den am häufigsten verwendeten Techniken gehören das Ertrinken, Erschlagen, Erstechen, Kochen oder Verbrennen von Tieren, bei lebendigem Leibe. Während sie auf ihren Tod warten, werden Hunde und Katzen in schmutzigen Gruben und Käfigen festgehalten; ihre Angst ist unvorstellbar. Ein Tiere nach dem anderen wird mit einer grossen Metallzange gepackt, aus dem Käfig gehoben und dann getötet.

Diejenigen, die ertränkt werden sollen, werden in kleinere Käfige gesperrt, die dann in eine schmutzige Wassergrube gesenkt werden.

Ertrinken

Ertränken ist eine gängige Tötungsmethode, da dabei eine grosse Anzahl Tiere gleichzeitig und ohne grossen Lärm getöt werden können. Vor dem Ertrinken werden die Hunde und Katzen in der Regel tagelang in einem grossen Käfig gehalten und dann in kleinere Käfige überführt, die in die Wassergrube passen. Der Todeskampf beim Ertrinken kann bis zu 10 Minuten dauern und verursacht Qualen und Leiden. Nach ca. 15 Minuten unter Wasser, wird der Käfis herausgeholt, die teoten Hunde und Katzen werden entfernt und für die Pelzentfernung vorbereitet.

Erhängen/Erwürgen

Das Aufhängen oder Erwürgen von Hunden ist eine gängige Methode, um einzelne Tiere zu töten. Die Schlinge wird den Tieren um den Hals gelegt, dann fest gezogen wodurch das Tier erstickt. Hunde brechen sich oft die Zähne an den Metallstäben des Käfigs, um sich von der Schlinge zu lösen.

Erstechen/Erschlagen

Viele Hunde werden auf den Kopf geschlagen und dann in den Hals gestochen. Hunde werden oft über Kopf aufgehängt, wenn ihnen die Kehlen aufgeschlitzt werden, um das Blut in einem Eimer aufzufangen. Dieses wird dann oft für die Saucenzubereitung verwendet. Der Todeskampf kann ab dem ersten Schlag mehr als 5 Minuten dauern. In anderen Fällen werden Hunde in Säcken gefesselt und zu Tode geprügelt.

Verbrennen durch den Lötkolben

Auf den Lebendmärkten von Nordsulawesi, Indonesien, ist das Verbrennen mit einem Lötkolben eine gängige Methode, um Katzen und Hunde zu schlachten. Während unserer Besuche wurde jedes Tier, das wir sahen, verbrannt, während es noch am Leben war und versuchte, aufzustehen.

5. Fellentfernung & Fleischpräparation

Vor dem Verkauf ans Restaurant muss das Fell des Tieres entfernt werden. Dazu werden Hunde und Katzen in kochendes Wasser getaucht - viele sind dabei noch am Leben - und das Fell entweder von Hand oder mit Hilfe eines Messers entfernt. Katzen können entweder gekocht oder in eine Entfederungsmaschine für Geflügel gelegt werden. In anderen Fällen wird ein Lötkolben verwendet, um die Haare am Tierkörper zu verbrennen. Nach dem Entfernen des Felles werden die Tiere für den Verzehr vorbereitet.

6. Hunde- und Katzenfleischrestaurants werden auf den Strassen von Indonesien, Vietnam und Kambodscha beworben.  

Die meisten servieren nur Hunde- und/oder Katzenfleisch. Viele Restaurants kaufen bereits tote Hunde von Grosshändlern, während andere eine kleine Anzahl von Tieren vor Ort halten und sie bei Bedarf töten. Die Tiere werden in unmenschlichen, überfüllten Käfigen gehalten, oft tagelang auf die Schlachtung wartend, ohne Nahrung und Wasser. In Kambodscha heisst Hundefleisch «Special meat», in Vietnam «thịt chó» und in Indonesien «RW». In der kambodschanischen Hauptstadt Phnom Penh besuchten VIER PFOTEN Ermittler 111 Restaurants mit Hundefleisch, von denen die meisten in den letzten 2-3 Jahren eröffnet wurden.

Setzen wir uns gemeinsam für ein Verbot dieses furchtbaren handels ein! 

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