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Die Gefahr der Lebendtiermärkte

3.2.2020

Die Schliessung dieser Märkte zum Schutz von Mensch und Tier ist unerlässlich

Da sich der Ausbruch des neuartigen Coronavirus rasch in immer mehr Ländern ausbreitet und immer mehr Menschenleben fordert, müssen wir Massnahmen ergreifen, um die Wahrscheinlichkeit zu verringern, dass sich so etwas wiederholt.

Ende Dezember 2019 meldete China mehrere Fälle von Lungenentzündung in der Grossstadt Wuhan. Innerhalb weniger Tage wurde der Grosshandelsmarkt für Meeresfrüchte in Wuhan, in dem mehrere infizierte Personen arbeiteten, geschlossen. Die Krankheit hat sich rasch ausgebreitet und ist seit dem 4. Februar in 25 Ländern präsent. Die Krankheit hat bis jetzt 425 Menschenleben gefordert und wurde bei mehr als 20'000 Menschen bestätigt. Zu diesem Zeitpunkt kann niemand sagen, wie viele weitere Länder von Infektionen betroffen sein werden, wie viele Menschen noch ins Krankenhaus eingeliefert und wie viele Menschen daran noch sterben werden.

Der Grosshandelsmarkt für Meeresfrüchte in Wuhan verkauft trotz seines Namens nicht nur Meeresfrüchte - auch hunderte lebender Tiere, darunter Schildkröten, Schlangen, Ratten sowie Katzen und Hunde für den Fleischhandel, stehen zum Verkauf. Zwar ist der genaue Ursprung der Krankheit nicht bekannt, aber nach heutiger Auffassung ist es sehr wahrscheinlich, dass das Virus, das von einem Tier stammt, zuerst auf diesem Markt verbreitet wurde.

Dies ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert ist. Ein zentrales Element beim Ausbruch des SARS-CoV (Schweres akutes respiratorisches Syndrom in Verbindung mit dem Coronavirus) in den Jahren 2002-2003 war die Verbreitung des Virus durch Wildtiere, die auf einem Markt verkauft wurden. Nach diesem Ausbruch und dem Erkennen der Risiken von Lebendtiermärkten verbot China Nassmärkte - sie wurden jedoch innerhalb von sechs Monaten wieder zugelassen.

Die Märkte für lebende Tiere in Asien stellen eine ernsthafte Bedrohung dar 

Ein einziger Markt ermöglicht die Vermischung und den engen Kontakt zwischen Millionen von Tieren und Menschen jedes Jahr, wobei die Tiere verschiedenster und oft unbekannter Herkunft sind. Märkte wie der in Wuhan, auf denen alle Arten von Tieren verkauft werden, gibt es nicht nur in China, sondern in ganz Asien. Abgesehen von der Seuchengefahr stellen diese Märkte fast immer ernsthafte Probleme für das Wohlergehen aller betroffenen Tiere dar, da sie zusehen müssen, wie ihre Artgenossen grob behandelt und wegen ihres Fleisches geschlachtet werden.

Wir und unsere Partner haben bereits ähnliche Situationen gesehen und dokumentiert. Nicht nur auf dem Grosshandelsmarkt für Meeresfrüchte in Wuhan, sondern in ganz Südostasien gibt es offensichtliche Überschneidungen im Handel mit Wildtieren, Katzen und Hunden auf solchen Märkten. Diese dienen als tödlicher Nährboden für Viren und andere Krankheiten und für deren Übertragung auf den Menschen. Abgesehen von den Risiken der Tollwut durch den Handel mit Hunde- und Katzenfleisch, die bereits dokumentiert sind und ein tödliches Risiko sowohl für die Menschen auf diesen Märkten als auch für die allgemeine Öffentlichkeit darstellen, sehen wir gegenwärtig das potenzielle Risiko neuer Viren, die aus eben diesen Märkten stammen.

Dieser Ausbruch zeigt ausserdem, wie eng die Grausamkeit und Gleichgültigkeit gegenüber Tieren mit menschlichem Leid verbunden ist. Das illegale Einfangen, Transportieren, Halten und Schlachten von Hunden und Katzen in ganz Asien ist ein Albtraum für die öffentliche Gesundheit, der nur darauf wartet, zur Realität zu werden.

China hat vor kurzem Massnahmen ergriffen, um den Handel mit Wildtieren zu unterbinden, um das Risiko von Krankheitsübertragungen weiter zu verringern. Das wird jedoch nicht ausreichen, um ähnliche Ausbrüche in Zukunft zu verhindern. Es ist notwendig, alle Märkte für lebende Tiere zu schliessen, einschliesslich und insbesondere derjenigen, die mit Hunden und Katzen als Lebensmittel handeln. Mit diesem Schritt würden die Regierungen nicht nur endgültige Massnahmen zum Schutz ihrer Bürger und der Weltbevölkerung ergreifen, sondern auch einen grossen Schritt in Richtung einer freundlicheren Welt für uns alle machen.

Wir haben nach dem SARS-CoV 2002-2003 nicht stark genug und nachhaltig gehandelt, und die Welt zahlt jetzt den Preis dafür. 

Lassen Sie uns jetzt unsere Schlüsse ziehen. Die Lebendtiermärkte müssen geschlossen werden. Der Handel mit Hunde- und Katzenfleisch muss beendet werden. #protectmillions

Unterstützen Sie UNSERE Petition zur Beendigung des Hunde- und Katzenfleischhandels in Südostasien

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Dr. Karan Kukreja

Projektleiter – Hunde- und Katzenfleischhandel in Südostasien beenden

Geboren und aufgewachsen in Thailand, leitet Karan derzeit das VIER PFOTEN Projekt zur Beendigung des Handels mit Hunde- und Katzenfleischhanel in Südostasien, mit Schwerpunkt Kambodscha, Indonesien und Vietnam.

In Asien hat er als Tierarzt zur Bekämpfung grenzüberschreitender Tierkrankheiten in Südostasien und China gearbeitet. Im Anschluss daran arbeitete Karan für den Welttierschutz bei der Durchführung einer Kampagne zur Beendigung der Bärengalleindustrie in Asien. 

Karan schloss sich 2019 VIER PFOTEN als Projektleiter an und arbeitete mit einem Team an der Entwicklung und Durchführung einer internationalen Kampagne zur Beendigung des brutalen Hunde- und Katzenfleischhandels in Vietnam, Kambodscha und Indonesien